Hinweis auf die Studie „Prozess und Outcome in psychotherapeutischen Praxen (POPP)“

Der STLP weist gerne auf die folgende Studie hin und empfiehlt seinen Mitgliedern sich daran zu beteiligen. Anbei findet Ihr/finden Sie den den Einladungstext zur Studie:

Einladung zur Mitarbeit im Netzwerkprojekt „Prozess und Outcome in psychotherapeutischen Praxen (POPP)“

Sehr geehrte Psychotherapeutin, sehr geehrter Psychotherapeut!

Liebe Kolleg_innen!

Wir wenden uns mit diesem Informationsschreiben an Sie, weil wir Sie herzlich zur Mitarbeit in unserem Netzwerkprojekt „Prozess und Outcome in psychotherapeutischen Praxen (POPP)“ einladen möchten. Es handelt sich um ein Kooperationsprojekt zwischen der Donau-Universität Krems, der Karl Landsteiner Universität für Gesundheitswissenschaften Krems, dem Österreichischen Bundesverband für Psychotherapie (ÖBVP) und den teilnehmenden Fachspezifika.
Die Kontaktaufnahme für diese Studie erfolgt über verschiedene Kanäle (Liste des BMG, Verbände, Fachspezifika). Sollten Sie daher mehr als einmal angeschrieben werden, bitten wir Sie höflichst um Entschuldigung.
Aus Datenschutzgründen konnten wir keinen Datenabgleich vornehmen, um Doppelzählungen zu vermeiden. Weitere Informationen zum Datenschutz finden Sie weiter unten im Mail.

Im Mittelpunkt unserer Studie steht die Erforschung der therapeutischen Beziehung und deren Wirkungen im Verlauf einer (kurz- oder
längerfristigen) Psychotherapie im ambulanten Einzelsetting (in der
Privatpraxis) mit Erwachsenen (18+). Sie soll v.a. die Entwicklung der psychotherapeutischen Beziehung in unterschiedlich langen psychotherapeutischen Prozessen unterschiedlicher Therapieverfahren mit unterschiedlichsten Patient_innen beforschen; d.h. ein realistisches Abbild des Prozesses von Psychotherapie unter Praxisbedingungen sowie den damit verbundenen Ergebnissen zeichnen. Dabei werden in der Studie nicht nur die Perspektive der Therapeut_innen, sondern auch die der Patient_innen einbezogen.

Das Forschungsprojekt ist als Mixed-Methods-Design konzipiert, also in einer Kombination von quantitativen (standardisierte Online-Fragebögen) und qualitativen (Einzel- und Gruppen-Interviews) Erhebungsinstrumenten geplant. Die Studie wurde von der zuständigen Ethikkommission der Donau Universität Krems befürwortet und genehmigt (22.05.2020). Der Erhebungszeitraum liegt zwischen Herbst 2020 (Start) und Jahresende 2023.

Ein solch komplexes und differenziertes Studiendesign ist für die Etablierung und Weiterentwicklung der Psychotherapie in Österreich von enormer Bedeutung und wird von der wissenschaftlichen Community immer wieder gefordert. Das Ergebnis soll Psychotherapie im naturalistischen Setting, so wie wir in unseren Praxen arbeiten, abbilden.
Wir laden Sie deshalb herzlich ein, sich an der Studie mit 2-3 Patient_innen zu beteiligen. Voraussetzung ist, dass Sie eine abgeschlossene Psychotherapieausbildung haben und in die Liste des BMG eingetragen sind. Außerdem brauchen wir Interviewer_innen, die zu bestimmten Zeitpunkten mit Kolleg_innen des Fachspezifikums Interviews durchführen.

Wenn Sie Interesse haben, sich am Projekt zu beteiligen, freuen wir uns sehr und bitten Sie, mit uns Kontakt aufzunehmen (Therapeut_innen-Blatt im Anhang bitte an popp@donau-uni.ac.at senden).

Für Auswertungen entlang der fachspezifischen Methoden benötigen wir mindestens 10 Therapeut_innen eines Fachspezifikums. Die Ergebnisse werden dann dem jeweiligen Fachspezifikum zur Verfügung gestellt. Alle Daten werden dabei so anonymisiert/vercodiert, dass weder die Studienleiter_innen noch die wissenschaftlichen Mitarbeiter_innen wissen, von wem welche Daten stammen. Das Projekt entspricht allen Vorschriften des Datenschutzes (Datenschutzerklärung gem. Art.13 und 14 DSGVO). Die Teilnahme erfolgt selbstverständlich freiwillig und man kann, ohne Angabe von Gründen, jederzeit wieder ausscheiden.
Den einzelnen Psychotherapeut_innen kommt bei der Durchführung der Untersuchung eine zentrale Rolle zu: Sie sind einerseits Teil der Erhebung – als Interviewer_in oder Befragte_r – und andererseits kann es notwendig sein, Patient_innen, zu motivieren, sich zu beteiligen und dran zu bleiben. Diese Rolle bedeutet jedoch nicht nur einen vermehrten Aufwand für Sie, sondern, wie zahlreiche internationale Studien belegen, kann ein Monitoring des Prozesses und der therapeutischen Beziehung den therapeutischen Prozess fördern (z.B. Lambert, 2017; Lambert & Harmon, 2018; Strauss et al., 2015).

Die Untersuchung bringt für teilnehmende Therapeut_innen diverse
Vorteile:

* Für die Teilnahme an der Studie erhalten Sie eine Bestätigung über Fortbildungsstunden im Ausmaß von 5 Stunden pro eingebrachter Patient_in und Jahr (mit ÖBVP vereinbart) für Ihre Teilnahme an Info-Veranstaltung, Aufwand des Ausfüllens der Eingangs- und Enderhebung etc.

* Die Analysen zu Prozess und Outcome von Psychotherapien im Einzelsetting der Privatpraxis können für die Weiterentwicklung und Verbesserung der eigenen therapeutischen Tätigkeit Impulse geben. Die Reflexion in einem Interview kann dabei helfen, den laufenden Prozess gesamthaft in den Blick zu nehmen.

* Die Ergebnisse der Untersuchung können Wirkung und Wirksamkeit von Psychotherapie in freier, ambulanter Praxis unter naturalistischen Bedingungen belegen. Sie können von Ihrem Fachspezifikum bei den Visitationen des BMG als wissenschaftliche Nachweise vorgelegt werden und dienen so der Festigung Ihres Psychotherapieverfahrens (dazu brauchen wir mindestens 10 Therapeut_innen des Fachspezifikums).

* Die Fachspezifika können einen, für den jeweiligen Therapieansatz wichtigen Aspekt, in Form einer Zusatzfrage formulieren, die in die Untersuchung inkludiert wird. Damit erhalten sie eine Erhebung zu einem wesentlichen fachspezifischen Gesichtspunkt. Das Fachspezifikum erhält die anonymisierten Daten der Untersuchung für weitere eigene Auswertungen.
Ab Herbst werden vom Department für Psychotherapie und Biopsychosoziale Gesundheit Informationsveranstaltungen in Wien (und via Zoom für Kolleg_innen aus den Bundesländern) für die mitmachenden Therapeut_innen und Einschulungs-Workshops für die Interviewer_innen angeboten.

Wir hoffen sehr, Ihr Interesse für unser Netzwerkprojekt „Prozess und Outcome in psychotherapeutischen Praxen (POPP)“ geweckt zu haben.
Sollten Sie genauere Informationen benötigen, können Sie sich sehr gerne an uns wenden (popp@donau-uni.ac.at).
Im Anhang finden Sie den ersten Termin für die Informationsveranstaltung, einen grafischen Überblick zum Ablauf der Studie, sowie das Therapeut_innenblatt zur Kundgabe Ihres prinzipiellen Interesses. Bitte senden Sie uns dieses an popp@donau-uni.ac.at, dann erhalten Sie die Einladung zu den Infoveranstaltungen.

Mit kollegialen Grüßen

Univ. Prof. Dr. Thomas Probst (Projektleitung, Donau-Universität
Krems)
Assoc. Prof.in Dr.in Brigitte Schigl (Donau-Universität Krems und Kooperationspartnerin für Karl Landsteiner Universität für
Gesundheitswissenschaften)
Ass. Prof.in Dr.in Elke Humer (Projektmitarbeiterin, Donau-Universität
Krems)
Mag.a Dr.in  Yvonne Schaffler (Projektmitarbeiterin, Donau-Universität
Krems)

Anhang:
TERMIN FÜR INFORMATIONSVERANSTALTUNGEN
Die erste Informationsveranstaltung findet am 22.10.2020 um 18:30 via Zoom statt. Die Zugangsdaten erhalten Sie bei Interesse rechtzeitig vor der Veranstaltung per E-Mail. Wenn Sie an der Studie interessiert sind, senden Sie bitte das ausgefüllte Therapeut_innen-Blatt im Anhang an popp@donau-uni.ac.at. Dies ist eine unverbindliche Interessenbekundung und keine Verpflichtung zur Mitarbeit. In Abhängigkeit der eingehenden Therapeut_innen-Blätter werden laufend weitere Informations-veranstaltungen angeboten. Gerne informieren wir Sie darüber per E-Mail.

Therapeut_innenblatt


Erstellt am September 14, 2020