Arbeitskreis für Psychoanalyse Linz/Graz, Sektion Graz
BeratungsZentrum für psychische und soziale Fragen
Einladung zu Vortrag und anschliessender Diskussion
mit
Christian EIGNER (Graz)
BIONS KONSTITUTION. ÜBER (SCHWELLEN-)OBJEKTE UND PSYCHOANALYTISCHE FITNESS
Laut Wilfred R. Bion entwickelt sich der menschliche Denkapparat ausschließlich dort, wo eine nahezu symbiotische Beziehung herrscht: Nur wo sich ein Erwachsener mit Herz, Seele und Verstand auf ein Kind einlässt, wird dieses eine Alpha-Funktion ausbilden. Und mit dieser beispielsweise ein Abstraktionsvermögen, das es erlaubt, emotional-bildhafte Roh-Gedanken zu denken und zu verdauen - statt diese mittels projektiver Identifikation gleich einer ungenießbaren Kost ausspeien zu müssen.
Damit ist Entwicklungsarbeit aber keine Frage der Technik, sondern der Konstitution. Dies betrifft nicht nur die Situation zwischen Erwachsenem und Kind, sondern auch diejenige zwischen AnalytikerIn und AnalysandIn - geht es in der analytischen Praxis doch immer wieder um die Aufgabe, die Alpha-Funktion des anderen anzukurbeln oder zu entfalten. Was allerdings die Frage aufwirft, wie man sich diese Konstitution erwirbt und in weiterer Folge erhält. Explizit findet sich darauf bei Bion keine wirkliche Antwort; implizit legt aber sein eigenes Werk nahe, dass die notwendige „psychoanalytische Fitness“ eng mit Objekt-Strukturen und deren Pflege zu tun hat. Ganz konkret mit der Pflege eines Schwellen-Objekts, das sich im Anschluss an Melanie Klein formulieren lässt. Und das der späte Bion möglicherweise in seinem Ringen um Gott kultiviert.
Christian Eigner, Mag. phil., Psychoanalytiker in Ausbildung, Studium der Kunstgeschichte, jahrelange Tätigkeit als Wissenschaftspublizist, betreibt heute zusammen mit Michaela Ritter das Büro für PerspektivenManagement in Graz.
Zeit: Freitag, 5. März 2010, 20 Uhr
Ort: BeratungsZentrum für psychische und soziale Fragen, Granatengasse 4/I, 8020 Graz, 0316 / 71 1004-0
Dr. Gert Lyon e.h. Dr. Ulrike Körbitz, e.h.
KollegInnen anderer Arbeitskreise sind ebenso zur Teilnahme eingeladen wie interessierte Gäste. Wir ersuchen um einen Unkostenbeitrag von € 5.-, der am Vortragsabend eingehoben wird